Bertolt Brechts Konzept des Eingreifenden Denkens

EINLADUNG zu VORTRAG und GESPRÄCH

Dienstag, 8. Nov. 2016  20 Uhr        (Eintritt frei)

Bertolt Brechts Konzept des Eingreifenden Denkens

Prof. Dr. Ingrid Gilcher-Holtey, Universität Bielefeld

Ort: Buchhandlung mondo,  Elsa-Brändström-Str. 23, Bielefeld

Bertolt Brechts  ureigenstes Tätigkeitsfeld war das Theater. Er war Theatermacher und -theoretiker. Als intellektueller Kopf seiner Zeit entwickelte er eine entschiedene Vorstellung davon, was seine Rolle in der Gesellschaft sein könne.

Im Konzept des Eingreifenden Denkens verallgemeinert er diese Sicht auf die Aufgaben des Intellektuellen. Brecht entwickelte darin eine Interventionsstrategie, die Künstlern und Intellektuellen einen Weg zur Veränderung gesellschaftlicher Strukturen aufzeigen will. Der Zweck solle eine intellektuelle Gegenmachtbildung sein. Die beabsichtigte Veränderung von Einstellungen, Verhaltensdispositionen und politischem Handeln zielte darauf, die „heutige Welt“ als eine gewordene, „eine veränderbare Welt“ darzustellen. Dabei betonte er stets die Autonomie des künstlerischen Feldes. Diese Brechtsche Positionsbildung und -bestimmung stand oft im Gegensatz zu Forderungen nach entschiedenerem parteipolitischem Engagement, die von Seiten der wichtigsten Organisationen der kommunistischen Arbeiterbewegung, der KPD und später der SED, an ihn herangetragen wurden.

Dem schwierigen und widersprüchlichen Prozess der intellektuellen Arbeit Brechts zu diesem Thema widmet sich der Vortrag von Ingrid Gilcher-Holtey, Zeithistorikerin an der Uni Bielefeld.

In Kooperation mit Buchhandlung mondo, Bielefeld