Donnerstag, 30. März 2017, 19:30 Uhr „Das Lächeln der Mona Lisa“ – Texte und Chansons von Kurt Tucholsky

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Donnerstag, 30. März 2017, 19.30 Uhr

Bürgerwache Siegfriedplatz, Rolandstr. 16, 33615 Bielefeld

Kabarett Radau:

„Das Lächeln der Mona Lisa“

Texte und Chansons von Kurt Tucholsky

mit Eckhard Radau (Rezitation und Gesang) und Bernd Düring (Piano)
Eintritt: 8 €, ermäßigt: 5 €

1890 wurde Kurt Tucholsky in Berlin geboren. Der Journalist, Chansontexter und Romanautor packte die Verwerfungen und Skandale seiner Zeit da an, wo sie am offensichtlichsten waren. In der „Weltbühne“, aber auch in vielen anderen bürgerlichen und linken Blättern publizierte er die meisten seiner Texte, bevor sie in Buchausgaben erschienen. Kein Kabarett der Weimarer Republik verzichtete auf seine Beiträge. Keine Diseuse, kein Kabarettist von Rang traten auf, die nicht Tucholsky-Texte in ihrem Repertoire hatten. Hauptangriffsziele seiner Satiren waren jene Institutionen, die durch kleinbürgerliche Verkrustungen, reaktionäre Gesinnungen, Schein- und Doppelmoral auffielen, die öffentlich Wasser predigten und heimlich Wein soffen: die Justiz, die Kirchen, die Bonzen in Gewerkschaften, Parteien und Chefetagen, das Militär und die Nationalisten. Aber er entlarvte auch die brave Bürgerlichkeit als Flucht vor der eigenen Courage.

„Tucho“, wie ihn seine Freunde nannten, verstand sich als sozialistischer Demokrat, als liberaler Freigeist und bedingungsloser Pazifist. Sehr früh sah er das Ende der Weimarer Republik kommen, emigrierte zunächst nach Paris, 1932 dann nach Schweden. Seine Bücher flogen ein Jahr später zusammen mit denen Heinrich Manns und Erich Kästners als erstes auf die völkischen Scheiterhaufen. Angesichts der Entwicklungen in Deutschland und der Bedingungen, unter denen er im Exil leben musste, nahm er sich 1935 das Leben.

Rosa Luxemburg Club Bielefeld mit freundlicher Unterstützung der Rosa Luxemburg Stiftung NRW e.V