Donnerstag, 22. Februar 2018 20 Uhr Wiedervereinigung von Kunst und Leben – die Künste und die russische Oktoberrevolution mit Dr. Hans-Peter Schwarz, Berlin Bürgerwache Siegfriedplatz, Rolandstr. 16, Bielefeld

Donnerstag, 22. Februar 2018   20 Uhr

Wiedervereinigung von Kunst und Leben – die Künste und die russische Oktoberrevolution

mit Dr. Hans-Peter Schwarz, Berlin

Bürgerwache Siegfriedplatz, Rolandstr. 16, Bielefeld

Die für die meisten Menschen, nicht nur in Europa, eher düsteren zwei Jahrzehnte des vorigen Jahrhunderts um das Jahr 1917 werden erhellt von einem grandiosen Feuerwerk utopischer Kunst- und Gesellschaftskonzepte. Deren Nachwirkungen scheinen bis heute selbst in der globalen Kunst und Kultur auf. Und nicht wenige der genialen Sprengmeister dieses Feuerzaubers, waren jene russischen Künstlerinnen und Künstler, die wir heute als Russische Avantgarde zu den Gründungsmythen der moderne zählen: Von Tatlins «Maschinenkunst» über ElLissitzkys «Prounen-Raum», Diaghilevs «BalletRusses», Strawinskys «Feuervogel», Majakowskis Sprachexplosionen bis zu Malewitschs «Schwarzem Quadrat» sind es von der Barbarei des Zarenregimes exilierte Russinnen und Russen, die wichtige Paradigmen der Kultur der Moderne grundieren.

Uns interessieren vor allem die Besonderheiten. Trotz des heiß umkämpften Eigensinnes der avantgardistischen KünstlerInnen eint alle die gleiche Utopie: Grenzüberschreitung.

Vor allem die Grenze zwischen Kunst und Leben sollte überschritten werden. Was wunder, dass gerade die russischen Avantgarden in der Oktoberrevolution eine ungeheure Chance sahen, ihre Kunstutopien in die gesellschaftliche Wirklichkeit zu transportieren. Zu Anfang gelingt dies auch überraschend reibungslos. Aber mit Beginn der 20er Jahre wird auch die sowjetische Kulturpolitik den Notwendigkeiten des von Bürgerkrieg und kapitalistischer Blockadepolitik ausgelaugten Landes angepasst. Aber und gerade in der Auseinandersetzung mit der sozialrevolutionären Praxis entstehen die wegweisenden Neuerfindungen der spezifisch russischen Avantgarde: Konstruktivismus, Proletkult, Produktionskunst, Agitprop. Der Vortrag zeichnet mit zahlreichen Beispielen aus Malerei, Design, Architektur, Theater, Musik und Literatur diesen produktiven Wandel nach, der bis heute nichts von seiner Wirksamkeit verloren hat.

Dr. Hans-Peter Schwarz studierte nach seinem Studium der Visuellen Kommunikation an der Fachhochschule Bielefeld Neuere Deutsche Literatur und Europäische Ethnologie.

Nach der Promotion nahm er verschiedene Lehraufträge wahr und  wurde 2005 er zum Gründungsrektor einer der größten Kunsthochschulen in Europa gewählt, der neu gegründeten Züricher Hochschule der Künste (ZHdK)

 

Rosa Luxemburg Club Bielefeld, mit freundlicher Unterstützung der Rosa Luxemburg Stiftung NRW e.V.