Industrie 4.0 – Arbeit 4.0.

Industrie4.0Mittwoch, 13.04.2016:

Bringt uns die Digitalisierung die schöne neue Arbeitswelt?

Vortrag und Diskussion mit Klaus Pickshaus

(ehemaliger Mitarbeiter des Vorstands der IG Metall und freier Publizist)

Ort: Bürgerwache Siegfriedplatz, Rolandstr. 16, Bielefeld

„Industrie 4.0“ steht für die vollständige Digitalisierung der industriellen Wertschöpfungskette und weltweite Vernetzung in und zwischen Produktionsanlagen, vom Lieferanten bis hin zum Kunden. Die Prognosen über die Folgen könnten kaum gegensätzlicher sein:
Die Lobbyisten von Industrie 4.0 zeichnen ein äußerst positives Bild: „Industrie 4.0 leistet (…) einen Beitrag zur Bewältigung aktueller Herausforderungen wie Ressourcen- und Energieeffizienz, urbane Produktion und demografischer Wandel. … Arbeit kann demografiesensibel und sozial gestaltet werden. Die Mitarbeiter können sich dank intelligenter Assistenzsysteme auf die kreativen, wertschöpfenden Tätigkeiten konzentrieren und werden von Routineaufgaben entlastet. Angesichts eines drohenden Fachkräftemangels kann auf diese Weise die Produktivität älterer Arbeitnehmer in einem längeren Arbeitsleben erhalten werden.“ (Henning Kagermann – vormals SAP).
Doch der Umbau der industriellen Produktion, der auf verbesserte Kapitalverwertung und Behauptung gegen die internationale Konkurrenz zielt, lässt Flexibilisierung, Deregulierung und Dequalifizierung befürchten. US-Studien prophezeien einen enormen Arbeitsplatzverlust. Gewerkschaften befürchten mit dem internetbasierten „Crowdworking“ eine „Amazonisierung“ der Arbeitswelt – digitale Tagelöhner statt abgesicherter Beschäftigung. Zunehmende psychische Belastungen und Probleme des Datenschutzes gewinnen zusätzlich an Bedeutung.
Die Gewerkschaften stehen damit vor einer enormen Herausforderung: Von der Politik werden sie als Partner einer Industrie 4.0 umworben, die Beschäftigten erwarten Arbeitsplatzsicherheit und qualifizierte Arbeit. So erfordert „Arbeit 4.0“ eine Analyse der gewerkschaftlichen Gestaltungs- und Handlungsbedingungen dafür, den Wandel unter Berücksichtigung der Interessen der Arbeitenden zu gestalten.
Über die Voraussetzungen und Ziele einer gewerkschaftlichen Strategie wird Klaus Pickshaus, ehemaliger Mitarbeiter des Vorstands der IG Metall und freier Publizist, referieren.

Mittwoch, 13.04.2016
Ort: Bürgerwache Siegfriedsplatz, Rolandstr. 16, 33615 Bielefeld
Zeit: 20 Uhr

Mit freundlicher Unterstützung der Rosa Luxemburg Stiftung NRW e.V.